Lachen

Ich lache in letzter Zeit viel weniger, viel seltener und auch weniger intensiv. Ja, ich lache immer noch, aber eben viel weniger. Einmal musste ich heute durchaus herzhaft lachen, es tat mir auch gut. Es ist eben anders.

Meine Fröhlichkeit ist nicht mehr so vorhanden. Es sind diese ständigen Gedanken. Immer wieder muss ich an die Vergangenheit und an die Zukunft denken.

Was für andere selbstverständlich ist, ist es für mich nicht. Das mag daran liegen, dass ich meine Erinnerungen lange verdrängt hatte, jetzt kommen sie wieder hervor. Diese Erinnerungen belasten mich.

Ich habe Angst vor der Zukunft, weil es die Zukunft ist, die Zukunft ist ungewiss. Ich habe Angst vor dem Leben, das vor mir liegt, weil es in der Zukunft stattfinden wird. Die Zukunft, die kommen wird, wird in weiterer Zukunft in der Vergangenheit liegen. Diese Zukunft werden Erinnerungen sein. Und Erinnerungen sind mir unangenehm.

Ich werde mich wohl an Erinnerungen gewöhnen müssen. Ich werde meine Einstellung zu Erinnerungen ändern müssen. Wird mir das gelingen?

Ich habe ja bereits angefangen, neue Erinnerungen zu sammeln. 2018 bin ich nach Köln gefahren, einfach so. Das ist heute auch nur noch Erinnerung, aber es waren zwei schöne Tage.

Mein Entschluss, den ich mal gefasst habe, dass ich nicht leben will, war ja daraus entstanden, dass ich keine Erinnerungen sammeln wollte.

Dabei ist es doch völlig schnuppe, ob man aktiv lebt, oder ob man sich verkriecht, man sammelt Erinnerungen, ob sie nun schön sind oder nicht. Man muss ja sein Dasein irgendwie gestalten, das führt zu Erinnerungen, zwangsläufig.

Mir ist nun bewusst, dass auch diese Gestaltung meines Daseins zu Erinnerungen geführt hat.

Die Gegenwart von früher ist vorbei, die Gegenwart von jetzt wird bald schon vorbei sein.

Derzeit bin ich von solchen Gedanken belastet, deshalb lache ich weniger, aber ich glaube, das geht vorbei. Vielleicht geht es nicht von alleine vorbei, vermutlich werde ich daran arbeiten müssen, dass es mir wieder besser geht.

Jetzt kenne ich mein Ziel, ich will wieder richtig lachen, ich will mein Lachen zurück!

Angstattacke

18.04.2020

Am Mittag war eine gekommen, eine Attacke der Angst, dass ich mich infizieren und krank werden könnte, dass ich zur Beatmung in künstliches Koma versetzt würde und nicht mehr aufwachte.

Natürlich, das könnte passieren, aber so weit ich weiß bin ich nicht infiziert. Ich kann und muss selbst auf mich achten. Man weiß es eben nicht.

Ich bin zwar selten erkältet und wenn ich es bin, dann ist es meist nicht so schlimm. Aber das ist noch keine Garantie, dass COVID-19 bei mir auch nur sanft ausfallen würde.

Deshalb bin ich vorsichtig, deshalb passe ich auf mich auf.

Es ist eine große Angst, die ich verspüre, aber sie schützt mich nicht, auch mit weniger Angst kann ich vorsichtig sein. Diese Angst empfinde ich als Belastung.

Blogbeitrag von Ostersonntag und Ostermontag 2020

Den Originaltext habe ich an Ostersonntag und -montag von Hand geschrieben und Ostermontag eingetippt.

Ostersonntag

Es kommen mir ständig andere Erinnerungen in den Sinn, ich würde mich jetzt gerne abschießen, aber das wäre sehr schlecht, ich muss durchhalten.

Der Gedanke, dass ich jetzt lieber tot wäre. Es ist nur ein Gedanke, er ist auch gar nicht wahr. Ich will jetzt nicht tot sein, ich würde nur gerne ohne Angst leben. Jawohl, ich würde gerne leben, ohne Angst.

Angst? Ja, ich bin dass es die letzten Tage Angst ist, die mich belastet.

Ich hoffe ja, dass meine Therapie und meine Therapeutin mir helfen werden, mit der Angst umzugehen. Es ist eine Verhaltenstherapie.

Eine Verhaltenstherapie sucht nicht nach dem Grund der Probleme, sie geht einfach nur die Probleme an, die da sind.

Ich finde diesen Ansatz erst einmal gut. Ich stehe im Hier und Jetzt, meine Ängste muss ich auch im Hier und Jetzt angehen. Und dennoch muss ich Geduld haben. Ich befinde mich gerade in einer Akuten Phase, die ich überstehen muss.

Dieses Überstehen wird viel Kraft brauchen. Kraft, genau das, was mir gerade fehlt.

In akuten Phasen von psychischen Erkrankungen braucht man viel Kraft, dabei ist es gerade Kraft, die man gerade nicht hat.

Pause

Ja, da habe ich am Ostersonntag nicht weiter geschrieben, dabei wollte ich den Text noch erweitern, was ich dann am Ostermontag getan habe.

Ostermontag

Und dann gibt es auch Tage, an denen es mir besser geht, heute war so ein Tag, solche Tage gehen vorbei wie alle Tage, nur eben sind sie besser.

Ich glaube, ich weiß jetzt, was das Ziel meiner Therapie sein wird, ich muss meine Ängste überwinden.

Ich weiß nicht, wie das vonstatten gehen soll, ich fürchte aber, es wird schmerzhaft. Aber ich habe auch etwas zu gewinnen – mein Leben könnte besser werden, angstfrei oder weniger Ängste, das wäre ein großer Gewinn.

Diese Ängste sind schon eine große Belastung, ein Tag mit weniger Angst ist viel schöner. Das schreibe ich an einem solchen Tag. Ich hatte auch heute mit unangenehmen Gefühlen zu kämpfen, aber das wurde besser. Während ich das jetzt schreibe, von Hand und auf der Tastatur, bin ich ziemlich locker und gelöst.

Ich werde weiter machen, irgendwann werde ich meine Ängste schon überwinden, guten Abend.

Neue Georg-Texte Teil 1

Erster Text

Georg grinste über sein gesamtes Gesicht. Er bildete sich zwar ein, es sei ein diabolisches Grinsen, aber eigentlich sah er nur aus wie ein grinsender Lausbub. Das war er auch, immer noch ein Lausbub, trotz seines fortgeschrittenen Alters.

Genug gegrinst, sagte sich Georg in seinen Gedanken. Die Situation war ernst, nur durfte man doch auch weiterhin Spaß haben, oder etwa nicht? Nur nicht den Humor verlieren, sagte sich Georg, wenn wir den Humor verlieren, haben wir alles verloren, wofür es sich zu leben lohnt.

Also schloss Georg die Augen und atmete tief durch die Nase ein, hielt die Luft ein paar Sekunden an und atmete durch leicht gespitzte Lippen wieder aus, so dass es ein leises Pfeifgeräusch gab. Dies tat er fünf Mal, dann öffnete er die Augen wieder, er fühlte sich nun leichter. Was konnte er nur tun, damit ihm auch Dauer leichter wurde?

Ach ja, einfach mal ein lustiges Video anschauen, das war nun eine gute Idee. Lustige Videos gab es doch nun wirklich zuhauf, oder etwa nicht? Natürlich gab es die, aber Georg hatte bisher immer nur andere Videos geschaut. Einfach eine Suche nach „lustiges video“ bei YouTube suchen.

O!M!G! Schon die Vorschaubilder ließen böses ahnen! Da klickt man doch nicht freiwillig drauf!

ENDE erster Text

(ich gebe zu, da wäre mehr drin gewesen, aber das ist doch abgeschlossen)

Zweiter Text

Georg war voller Tatendrang, was würde er nun tun? Er hatte keine Lust auf einen Döner, heute gerade nicht. Man konnte doch nicht jeden Tag einen Döner essen?

Mal sehen, was noch im Kühlschrank ist. Ach, schau an, da ist noch geriebener Käse, Sahne hab ich auch noch!

Nudeln oder Reis?

Nudeln!

Also kochte Georg Nudeln, dazu eine Soße aus Sahne, Käse, gewürzt mit Gemüsebrühenpulver, für die Bindung etwas Kartoffelstärke, aufkochen, fertig. Lecker Banausenküche vom Feinsten!

Zum richtigen Kochen hatte Georg meistens keine Lust, aber als bekennender kulinarischer Banause konnte er mit nur einer Prise Glutamat schon ein Gericht kreieren, das wenigstens umami war.

Glutamat, was ist das schon? Georg wusste, dass man als Glutamat die Salze und Ester der Glutaminsäure bezeichnet.

Tomaten enthalten Glutaminsäure, je weniger Wasser in der Tomate, desto höher der Anteil an der wundervollen Glutaminsäure, die alles so wunderbar umami macht. Da Tomatenpulver am wenigsten Wasser enthält, ist da der Anteil der Glutaminsäure am höchsten.

Glutaminsäure, sie ist ganz natürlich, eine nicht essenzielle Aminosäure, die in vielen Lebensmitteln enthalten ist, auch in Sellerie und Hartkäse. Eine klassische Suppe wird ja quasi schon immer mit Sellerie gekocht. Von der Glutaminsäure im Sellerie zum Glutamat ist es ja nun auch kein weiter Weg mehr.

ENDE zweiter Text

(ich gebe zu, auch hier ein recht abruptes Ende)

Dritter Text

Georg war zufrieden mit sich und der Welt, aber das konnte sich auch schnell wieder ändern. Und jetzt war er zufrieden.

Er dachte nicht daran, dass er vielleicht nur in den Gedanken eines Hobbyautoren existierte. Wie soll man denn auch darauf kommen, dass man nur in den Gedanken eines Freizeitschreiberlings da ist? Dass es einen gar nicht erst gibt? Nee, da kommst du nicht drauf!

Georg wusste nicht, was er jetzt tun konnte, also blieb er erst einmal in seinem Sessel sitzen. Er liebte diesen Sessel, für ihn war das sein Sessel, sein bester Sessel, vielleicht nicht der beste Sessel der Welt, aber es war sein Sessel, in dem er sehr gut saß. Vielleicht war der Sessel ein wenig abgewetzt, aber er war richtig bequem. Hier saß Georg sehr gerne. Da der Sessel Rollen hatte, konnte er in auch leicht rücken oder drehen.

Meistens schaute Georg aus dem Fenster, wenn er in diesem Sessel saß, einfach nur den Himmel beobachten, die Wolken, nachts die Sterne. Das Fenster ging nach Osten raus, da schien also nur morgens die Sonne hinein. Gut, man konnte auch keinen Sonnenuntergang sehen, das ging nur vom anderen Zimmer aus, und in dem anderen Zimmer hatte der Sessel nichts zu suchen – trotz seiner Rollen, er ging auch nur schwer durch die Tür.

Jetzt war es aber ohnehin noch ein paar Stunden vom Sonnenuntergang entfernt, jetzt schaute sich Georg die Wolken am östlichen Himmel an. Hmm, wenn man es so betrachtet, konnten andere Leute, die sich östlich von ihm befanden, gerade die selben Wolken westlich von sich betrachten, allerdings aus einer anderen Perspektive.

Aus einer anderen Perspektive würden diese Wolken doch bestimmt ganz anders aussehen, da könnte man zwei Fotos aufnehmen, eines von seiner Position, eines von einer Position mehrere Kilometer östlich, wo man die selben Wolken im Westen Westen sah, da würde niemand erkennen, dass es die selben Wolken waren.

Interessanter Gedanke, dachte sich Georg. Na klar, der Heinzi würde jetzt sagen, dass das ein total uninteressanter Gedanke war. Ach ja, der Heinzi, dachte sich Georg, hat total andere Interessen, trotzdem konnte er ihn gut leiden.

Georg schaute weiter zum Fenster hinaus und auf die Wolken im Himmel. Ach ja, schöne Wolken und schöner Himmel. Die verschränkten Hände auf dem Bauch saß Georg in seinem Sessel. Er war zufrieden und müde, müde und zufrieden. Die Augen fielen ihm zu, der Kopf fiel nach vorne, sein Kinn wurde von der Brust gestoppt. Die plötzliche Bewegung und der abrupte Halt seines Kopfes, Georg schreckte hoch und öffnete die Augen.

Warum nicht ein Nickerchen machen? Er atmete kurz tief ein und ließ sein Kinn auf die Brust sinken, diesmal langsam. Er schloss die Augen wieder und war dann auch schnell eingeschlafen, das Nickerchen hatte begonnen.

Ende dritter Text

Gedanken und alles geht weiter, weiter und weiter, immer weiter

Achtung! Vorsicht! Der folgende Text ist der singulär schlechteste Blogbeitrag in der Geschichte der Blogbeiträge!

Ich denke. All diese Gedanken. Ich kann mit dem Denken gar nicht aufhören.

Ein Teil von mir wäre jetzt gerne tot. Aber das ist nur ein Gedanke. Böser Gedanke! Aber das ist nur ein Gedanke. Ach was? Das habe ich schon geschrieben? Ich habe das tatsächlich doppelt geschrieben? Dinger gibts, die gibts nicht. Die Gedanken sind doch frei? Ja, sie sind frei, man kann sie auch nicht wirklich kontrollieren.

Gedanken können Feinde sein, aber das sollten sie nicht. Es kommt vor, dann ist es blöd, ja, richtig blöd sogar!

Heitere Gedanken sind heiter, traurige Gedanken sind traurig. Manchmal muss man auch traurige Gedanken zulassen, man kann nicht immer fröhlich sein.

Gedankensprung

Ich habe einen Koller, dabei gehe ich doch immer wieder raus! Aber ich war nicht einkaufen, freitags und samstags gehe ich doch immer einkaufen, das fehlt mir jetzt. Ich fühle mich wie der Panther im Käfig.

Dann habe ich eine Pause gemacht, um zu essen.

Tief durchatmen, dann geht es wieder. Ich fühle mich jetzt leichter, auch wenn ich schwerer bin, da ich gegessen habe. Ich schreib dann einfach mal weiter. Weiter, einfach nur weiter. Ein Gedanke vor dem anderen, ein Gedanke nach dem anderen. Immer nur weiter. Das Leben an sich geht ja auch weiter, auch wenn ich tot bin, das Leben geht weiter. Immer nur weiter, alles geht weiter, irgendwie.

Tot möchte ich doch noch gar nicht sein. Das aber ist ein Unterschied zu den Gedanken, die ich zu Beginn des Textes erwähnte..

Der Himmel ist grau, graue Wolken machen den Himmel grau. Aber auch dieses Grau birgt eine gewisse Schönheit in sich. Aber es ist kalt und windig draußen , ich möchte raus gehen, aber es ist mir zu kalt. Nur wieso ziehe ich nicht die Jacke an? Also ziehe ich die Jacke an und gehe raus, so einfach ist das.

Man muss ja nicht alles kompliziert machen. Ich mache aber gerne vieles kompliziert, ich bin ja auch kompliziert! Und doch bin ich ganz einfach gestrickt, einfach nur jede Reihe einfach gestrickt.

Ich bin gar nicht gestrickt, Menschen sind nicht gestrickt! Das ist doch nur eine Redewendung. Das weiß ich doch.

Weiter im Text, einfach weiter im Text, immer weiter. Alles geht weiter. Und jetzt eine Pause, weil YouTube weiter geht.

Ich habe eine Pause mit dem schreiben gemacht und ein YouTube-Video geschaut.

Weiter im Text, auch der Text geht weiter. Alles geht weiter, einfach nur weiter.

Es ist so einfach, dass alles weiter geht. Eines Tages wird es auch ohne mich weiter gehen, das ist der Lauf der Dinge.

Ich hätte lieber ohne eine Pandemie gelebt, aber sie ist nun mal ausgebrochen, war nicht meine Schuld. Es war niemandes Schuld, sie ist gekommen und jetzt ist sie hier. Sie ist auch nicht gekommen, um zu bleiben. Die Pandemie ist jetzt da, sie wird auch wieder vergehen. Und so lange sie da ist, so lange werden wir tun, was die Experten uns sagen.

Und die Zeit geht weiter, weiter und weiter.

Und mein rechter Handrücken sieht jetzt richtig alt aus! Das sehe ich gerade. Ich finde es erschreckend, wie alt mein Handrücken aussieht..

Schon erstaunlich, was einem so auffällt, wenn man zu viel Zeit hat. Was würde ich jetzt gerne in der Sonne sitzen, nur ist es draußen kalt und regnerisch, so kann ich nicht draußen in der Sonne sitzen.

Das fällt mir jetzt auf! Man sagt, dass man in der Sonne sitzt – sitzt man aber gar nicht, man sitzt im Sonnenschein!

Im Sonnenschein, da säße ich jetzt gerne.

Bitte Bescheid sagen, wer den Text zu Ende gelesen hat. So ein langweiliger Text aber auch, bitte nicht teilen, nur ein Tweet an @AchimDG, dass ihr den Text gelesen habt, Emails an die Adresse aus dem WordPress-Kontakt lese ich nicht.

Wie ich mich verliebte

Ich habe zwar noch einen älteren Beitrag in der Warteschlange, aber ich ziehe diesen Beitrag vor, vielleicht wird der vorherige Beitrag auch niemals veröffentlicht.

Diese Geschichte habe ich schon so oft erzählt, immer und immer wieder, sie ändert sich auch kaum. Es geschah zum Ende der Vorlesungszeit des Wintersemesters, ich glaube, es war WS 2000/2001.

Ich war also in diesem Sprachkurs, in dem ich fast nichts gelernt hatte, da ich nicht aufgepasst habe. Ich dachte auch gar nicht mehr an den den Kurs und die anderen Kursteilnehmer, als ich mit dem Zug von Trier nach Saarbrücken gefahren bin.

Ich wollte eigentlich noch kurz in die Stadt gehen, in den einen oder anderen Laden, ich hatte schon noch etwas Zeit.

Der Zug war ein Interregio, den es damals noch gab. Dieser endete in Saarbrücken und sollte nach kürzerem Aufenthalt wieder zurück nach Norden fahren. Den direkten Zug in die Gegenrichtung wollte ich nicht nehmen, vielleicht einen Zug später oder so, das war mir egal – eigentlich.

Ich wusste während der Zugfahrt nicht, dass SIE auch im Zug war, sie hatte an dem gleichen Sprachkurs teilgenommen.

Auf dem Bahnsteig passierte es dann, SIE hat mich gesehen und in der Sprache des Kurses angesprochen. Ich erklärte ihr dann kurz, dass ich die Sprache nicht gelernt hatte, da sprach sie weiter auf Deutsch.

Ich weiß nicht mehr, was sie sagte, aber ich glaube, sie lächelte mich an, sie strahlte mich an, meine Erinnerung könnte falsch sein, aber etwas in mir will, dass es genau so war.

Jedenfalls fand ich sie absolut hinreißend, bezaubernd, wundervoll. Sie wollte, das glaube ich zumindest, die nächsten Minuten, viertel, halbe Stunde mit mir verbringen, eine Cola trinken oder so. Ich weiß es nicht mehr genau, vielleicht bilde ich mir das auch nur ein.

Jedenfalls war ich auf der Stelle in sie verliebt und ich hatte den Eindruck, sie wäre auch an mir interessiert gewesen.

Nur bin ich leider nicht jemand anderes, ich bin ich. Ich wusste damals, dass ich wieder auf dem Weg nach unten war, auf dem Weg in mein nächstes Schwarzes Loch.

Ich war verliebt und sie schien an mir interessiert zu sein. Das war das schlimmste, was mir genau damals passieren konnte. Alle meine Ängste brachen über mir zusammen.

Nun, das passierte alles innerhalb von Bruchteilen von Sekunden.

Als alle meine Ängste über mir zusammen gebrochen waren, war ich auf der Stelle tief unten in meinem nächsten Schwarzen Loch, so tief unten, wie ich noch nie zuvor war.

Ich konnte nur noch an Flucht denken, weg, einfach nur weg von ihr, von IHR, die mir soeben das Tor zur Hölle aufgestoßen und mich mit aller Gewalt durch das Tor durchgedrückt hatte.

Das ist natürlich unfair, sie war einfach nur da und sie war einfach nur absolut hinreißend, bezaubernd, wundervoll – und sie schien an mir interessiert, was die Situation für mich damals einfach nur unerträglich machte.

Alle meine Ängste brachen über mir zusammen, innerhalb der Sekundenbruchteile sah ich Erinnerungen an eine glückliche Zeit mit ihr voraus, ich sah mich in glücklichen Situationen mit ihr, das war mir einfach unerträglich. Alle meine Ängste vor dem Leben, vor der Liebe, vor der Zeit, vor dem Tod, sie alle kamen zusammen und machten mich fertig.

Ich log also, dass ich direkt wieder mit dem selben Zug zurück müsste. Außerdem sagte ich ihr, dass mein Studium aussichtslos sei, was sogar stimmte, dass ich ein aussichtsloser Fall sei, was sich wahr anfühlte. Ich musste weg von ihr.

Aber ich war im tiefsten Schwarzen Loch aller Zeiten gefangen, grausam für mich war es überall, in diesem Schwarzen Loch habe ich dann die nächsten Monate verbracht, den gesamten Frühling und Teile des Sommers. Während des Sommers wurde es dann besser, aber die Nachwirkungen beeinflussten mich auch noch im September, jenem September 2001. Aber ich weiß noch nicht, ob ich jemals darüber berichte, denn es war profan.

Depression – Eine Kundenrezension

Nur einer von fünf Sternen

Beim besten Willen, ich kann die Krankheit Depression nicht empfehlen. Könnte man auch null Sterne vergeben, die Depression bekäme gar keinen Stern von mir, aber das Bewertungssystem sieht ja immer noch einen Stern als schlechteste Wertung vor. Aber hier geht es ja nicht um das Bewertungssystem, hier geht es um meine Erfahrungen als Kunde mit der Krankheit Depression.

Sie schlich sich so an mich heran, sie stellte sich mir nicht vor. Sie hätte mir ja die Hand reichen können und sagen „hallo, ich bin die Depression, Sie sind jetzt mein Kunde. Darf ich du sagen? Wir werden ja eine Weile miteinander zu tun haben.“

Nein, so ist sie nicht, sie ist nicht nett und höflich, freundlich ist sie schon gar nicht. Sie hat auch gar nicht erst gefragt, sie duzt mich einfach.

Wo war ich?

Ach ja, sie hat sich hinterlistig angeschlichen, geradezu heimtückisch. Ja, es waren schon Veränderungen, meine Gefühle haben sich verändert. Nur ist es in meinem Fall so, dass ich schon vorher das war, was man „psychisch krank“ nennt, ich war das schon als Kind, ich war das schon immer, deshalb merkte ich zwar durchaus eine Veränderung, aber meine Gefühle haben sich auch vorher schon verändert, nur war es so, dass es mir seit geraumer Zeit eigentlich allmählich besser ging.

Und dann hat sie sich heimtückisch an mich heran geschlichen.

Ich glaube, das hat mit ihr zu tun, dass mir fad und langweilig war, langweilig und fad. Wenn Sie es also so wollen, hat die beginnende Depression, falls sie es denn war, mich zu „Georg langweilt sich“ inspiriert, aber danach habe ich dann lange Zeit gar nichts mehr geschrieben. Die psychotische Erkrankung hat mich auch immer davon abgehalten, produktiv zu sein, ich war nie sonderlich produktiv, das muss ich schon zugeben. Aber egal, ich habe halt wenig geschrieben.

Hier geht es um meine Erfahrungen als Kunde mit der Depression.

Um mich zu wiederholen, nein, die Krankheit Depression kann ich als Kunde gar nicht empfehlen.

Ich habe immer stark gefühlt – dann kam sie, sie hat mich eine Zeit lang wenig bis gar nichts fühlen lassen.

Wenn man nicht fühlt, wie soll einen das dann belasten?

Ich kann es nicht erklären, es hat mich belastet. So weit ich das weiß und von anderen Kunden mitbekommen habe, wir dieses nicht fühlen allgemein als Belastung empfunden.

Bei mir kam das schon früh im Verlauf der Krankheit, dass meine Gefühle zurück gingen. Diese Gefühlsleere brachte mich auch auf dumme Ideen. Das tut sie auch heute noch, auch wenn sie sich inzwischen verändert hat, dazu aber später mehr.

Die erste dumme Idee, auf die sie mich brachte, war, ich könnte doch im Straßenverkehr vor ein fahrendes Auto springen. Nein, kein tödlicher Unfall, nur ein Bein brechen, ein paar Prellungen, damit ich wenigstens den körperlichen Schmerz spüre.

Damals war sie ja fast noch harmlos, aber sie schlich weiter, sie übernahm schrittweise meine Gedanken, wenn ich alleine war bzw. bin.

Wie ich bereits erwähnte, duzt sie mich, ohne mich gefragt zu haben. „Du bist wertlos, niemand wird dich vermissen, über deinen Verlust kämen alle schnell hinweg. Mach es ihnen leicht, erlöse sie von dir.“

Nun ja, solche Sachen halt, das ist doch wirklich nicht nett, was sie mir da einreden will, oder? Sie will, dass ich mich selbst beende, sie will mich tot sehen.

Was aber noch viel schlimmer ist, ich glaube ihr in Phasen, in denen sie mich im Griff hat. Sie hat mein Denken und mein Fühlen übernommen, ich glaube ihr, ich halte mich für überflüssig.

Ich könnte jetzt nicht sagen, sie habe mir die Freude am Leben genommen, die hatte ich noch nie – aber ab und zu empfinde ich Freude, da schleicht sie sich gerne mal dazwischen.

Ich kann immer noch lachen, man merkt mir nicht wirklich an, dass ich ihr Kunde bin, nur zwingt sie mir im Alltag immer wieder Suizidgedanken in mein Bewusstsein, immer wieder.

Ich möchte diese Depression zurück geben, nur ist das gar nicht so einfach, ich habe da wohl unbedacht Vertragsklauseln zugestimmt, die sehr zu meinen Ungunsten ausfallen.

Was ich als Kunde mit der Depression schon erlebt habe, spottet jeder Beschreibung. Auf einer Skala von 1, leichte Unzufriedenheit, bis 10, total unzufrieden, gebe ich ihr eine glatte 10.

Da möchte man ihr natürlich in den Arsch treten, sie zum Teufel schicken. Aber sie ist, wie bereits vorher beschrieben, heimtückisch und hinterlistig. Man bräuchte ja schon Kraft, ihr ordentlich in den Arsch zu treten, nur hat sie ihrem Kunden bis dahin schon die nötige Kraft genommen. Es ist ein Teufelskreis. Und wie das so üblich ist, ist aus Teufelskreisen nur schwierig auszubrechen.

Ich kann Ihnen mit gutem Gewissen nur von der Depression abraten.

Sie lügt, jedenfalls bin ich einmal zu dieser Ansicht gelangt. Jedoch gibt es immer wieder Phasen, in denen ich ihr glaube, dann will ich meinem irdischen Dasein ein Ende setzen. Dann glaube ich ihr, dass alles sinnlos ist, dass es keinen Unterschied macht, ob ich nun da bin oder nicht. Bisher setze ich meinen Wunsch noch nicht in die Tat um, bisher äußere ich meinen Wunsch nach meinem Ende nur auf Twitter. Teilweise bekomme ich dann besorgte Antworten. Allerdings, wie ich bereits schrieb, sie bestimmt mein Denken. Ich glaube die Sorgen nur so halb. Aber dieser halbe Glaube tut mir dennoch gut.

Noch bin ich nicht so weit, dass ich meine Gedanken in die Tat umsetze. Aber was ist, wenn ich vielleicht irgendwann einmal so weit komme, dass ich es doch tun möchte? Dass ich zur Tat schreiten möchte?

Sie ist stark, sie bestimmt meine Gedanken, sie hat mir keinen Glauben gelassen, dass es einmal besser werden könnte. Sie lässt mich die Zukunft düster sehen, sie hat mich fest im Griff.

Und deshalb bekommt die Krankheit Depression von mir nur einen von fünf Sternen, Note ungenügend. Lassen Sie, wenn es denn möglich ist, die Finger von dieser Krankheit, sie kann jede Person treffen.

Die Wahrheit über die #NWO, Teil 1

Wie Sie bereits festgestellt haben, ist mein Schreibfluss bezüglich Fiktion arg ins Stocken geraten, Bernadettes Traum wird noch geraume Zeit auf sich warten lassen.

Meine Herren, deren treu dienender Vasall ich bin, haben deshalb eine besondere Aufgabe für mich. Da es, wie eingangs erwähnt, derzeit mit der Fiktion nicht so ganz klappen mag, hat man mir den Auftrag erteilt, die Wahrheit unters Volk, das man übrigens ehrlich liebt, zu bringen.

Wie Sie vermutlich wissen, bin ich ein rangniederer Vasall der NWO. Trotz meines niederen Ranges werde ich bis in die höchsten Kreise geschätzt, was natürlich an meiner Treue und Hingabe liegt.

Beim aufgeklärten Teil der Bevölkerung ist es allgemein bekannt, dass die NWO von den Reptiloiden gebildet wird. Entgegen anders lautender Gerüchte treten die Reptiloiden jedoch nicht öffentlich auf. Personen, die Sie sehen sind Menschen wie Sie und, ja, auch ich. Die Oberen haben jedoch einen feinen Sinn für Humor. Das Video, an dessen Ende Dunja Hayali sich Reptil verwandelt und eine Fliege mit der Zunge fängt und verspeist? Insektivore Reptilien, ich bitte Sie! Diese befinden sich noch auf einer niedrigen Entwicklungsstufe und werden von den Reptiloiden höchstens als Haustiere gehalten. Einige Arten sind devot und gehorsam wie Hunde, andere sind eigensinnig, jedoch anhänglich wie Katzen, ebenso verschmust sind manche auch.

Jetzt habe ich mich ein wenig verhaspelt. Ich war beim Humor der Oberen. Die Oberen also; diese halten, Sie ahnen es schon, die Macht in ihren Händen.

In ihren Händen? Richtig, den unseren sehr ähnlich. Das liegt an der konvergenten Evolution, die beste Lösung setzt sich halt überall durch. Nun, ganz identisch sind sie nicht, ihre Hände haben zwar neben dem opponierbaren Daumen vier weitere Finger, jedoch haben sie jeweils ein Fingerglied mehr, die Krallen nicht zu vergessen. Mit diesen Händen können sie zwar greifen, aber Instrumente wie Gitarren nicht spielen. Sie haben andere Instrumente. Musik jedoch ist ein anderes, wenn auch sehr wichtiges Thema. Musik, sie sind gütige, liebevolle Wesen, sie lieben Musik.

Die Oberen sind weise und lieben die Menschheit, wie sie die Musik lieben, weshalb sie sich auch entschlossen haben, die NWO zu gründen. Das war am fünften August 1945 und es war dringend. Der Einsatz von Atombomben ging ihnen dann doch zu weit. Sie schickten einige Freimaurer aus, die japanische Führung zur Kapitulation zu bewegen. Den Abwurf von Little Boy und Fat Man am sechsten und neunten August konnten sie nicht mehr verhindern, aber wenigstens Ole Bastard wurde am zwölften August 1945 nicht mehr eingesetzt. Ole Bastard sagt Ihnen in dem Zusammenhang nichts? Das ist auch gut so, diese Bombe blieb geheim. Wäre Ole Bastard zum Einsatz gekommen, dort, wo sich noch immer Japans Hauptinsel Honshu befindet, dort hätte das Meer heute eine Wassertiefe von 20 bis 150 Metern!

Wie konnte es so weit kommen? Nun, auch Drakon, hat eine kriegerische Vergangenheit hinter sich. Die Menschheit, so dachten die Oberen, müsste ihre eigene Entwicklung durchlaufen.

Man besuchte die Erde heimlich und offenbarte sich nur wenigen Männern und Frauen, die man für würdig erachtete. Diese Frauen und Männer gründeten im Jahre 95 nach Christus im damals zum Römischen Reich gehörenden Athen jenen Geheimbund, den wir heute als „Die Freimaurer“ kennen. Frauen bei den Freimaurern? Selbstverständlich! Die Freimaurer waren ihrer Zeit immer weit voraus. Nimmt man alle Mitglieder seit Gründung, so wird man feststellen, dass sogar ca. 49,5% davon weiblich waren oder sind, gegenüber ca. 48,9% männlicher Mitglieder.

Die Oberen begnügten sich also damit, die Entwicklung der Erde und der Menschheit zu beobachten, zum großen Teil sogar aus der Ferne. Die Freimaurer, Freunde auf Augenhöhe, keine Vasallen, hielten sie auf dem Laufenden.

Es lief ja auch gut, die Künste, einschließlich der Musik, entwickelten sich immer weiter, Sie können vieles davon immer noch sehen.

Kriege und Seuchen gehören einfach zu solch einer Entwicklung, auf Drakon war es sehr ähnlich.

Ach ja, die Musik und die anderen Künste! Nach jener langen und sehr Abwechslungsreichen Epoche, die wir heute Mittelalter nennen, ging es richtig los. Insbesondere die Entwicklung der Musik gefiel den Reptiloiden. Johann Sebastian und Carl Philipp Emanuel Bach, Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Johannes Brahms, dies ist nur ein verschwindend winziger Teil der Liste.

Und nun Weltkriege bis hin zum Einsatz von Atomwaffen, wie konnte es so weit kommen?

Als die Reptiloiden nachlässig bei der Beobachtung wurden, hatte eine andere Macht in die Geschicke der Menschheit eingegriffen.

Sie fragen, welche Macht das war? Sind Sie wirklich so schlecht informiert? Es sind die Pantheraner.

Sie haben noch nie von den Pantheranern gehört? Ja, sie agieren im Verborgenen. Sie sind kriegerische Katzenwesen, Musik beschränkt sich bei ihnen auf Schlachtgesänge. Sie wollen die Menschen als Soldaten, die Menschheit soll als irdische Armee in ihrem Imperium dienen. Sie wollen abgehärtete und abgestumpfte Soldaten. Das, was wir Menschlichkeit nennen, verachten sie als Weichheit.

Wer gerne Migranten in beliebigen Meeren ertrinken lässt, der ist ganz nach ihrem Geschmack. Marktradikalismus, den viele übrigens fälschlich Neoliberalismus nennen, ist ganz nach ihrem Geschmack. Wer keine Leistung bringt, der bleibt halt auf der Strecke. Die marktradikale FDP und die marktradikal migrantenfeindliche AfD wurden von ihren Schergen gegründet.

Pantheraner sind Säugetiere, wie auch wir Menschen. Durch diese hinreichende Ähnlichkeit vermögen es ihre Gentechniker, hybride Wesen zwischen Mensch und Pantheraner zu erschaffen.

Zwei dieser Hybriden haben sie bereits in Schlüsselpositionen einsetzen können. Wer die beiden sind? Der eine, das wird Sie kaum überraschen, ist Donald Trump. Der andere hat den Auftrag, die Europäische Union zu zerschlagen. Richtig, es ist niemand anderer als Viktor Orbán.

Überhaupt, die EU, sie war ein großer Erfolg der NWO und ist den Pantheranern ein Dorn im Auge. Eine friedliche Menschheit, das wollen die Pantheraner nicht.

Nun denn, diese Portion an Informationen ist fürs Erste genug, es folgen vielleicht weitere, dies aber erst später. Bis dann.

Georg langweilt sich (Kurzgeschichte)

Georg nahm sein Frühstück zu sich und langweilte sich. Das Frühstück schmeckte fad und langweilig, langweilig und fad.

 

Georg war fad und langweilig zumute, langweilig und fad. Draußen schien die Sonne. Draußen, draußen kann es nur besser werden, dachte sich Georg. Er zog sich also die Schuhe an, seine Jacke, griff nach seinem Schlüssel und verließ die Wohnung. Georg vergaß nicht, seine Wohnungstür abzusperren, ging die Treppe hinab und schließlich aus dem Haus.

 

Vor der Haustüre beschien ihn die Sonne von der Seite, eine Brise komme von der anderen Seite.  Wie langweilig, dachte Georg, mehr hast du nicht zu bieten, liebes Wetter? Sowas habe ich schon tausende Male gehabt, lass dir mal was Neues einfallen!

 

Ein lachender Junge lief an Georg vorbei, ein lachender Junge hinterher.

„Krieg dich!”  rief der hintere Junge.

„Kriegst mich nihicht!” der vordere.

 

Kind sein, wie langweilig, dachte Georg. Dann fiel ihm auf, dass die Vögel zwitschern, ein wildes Durcheinander von Vögeln, die zwitschern. Die zwitschern auch immer gleich, fällt denen nichts Neues ein?

 

Hier konnte er nicht bleiben, hier würde er noch vor Langeweile sterben. Also machte er sich auf zum Park, dort musste es einfach besser werden.

 

Erst die Straße runter, dann nach links, der Straße über die Brücke folgen, bis zum Ende dieser Straße, an der Ampel warten, über die Ampel, nach rechts, nur noch circa 300 Meter,  durchs Tor, schon war er im Park.

 

Hier gab es Wege, an deren Rändern Bäume standen, Platanen, Eichen und Ahorn. Es gab neben den Wegen und drei große Wiesen. Ein Bach floss durch den Park, der speiste der einen großen Teich und mehrere kleine Teiche.  Auf den Teichen schwimmen Enten, Gänse und Schwäne. Wie langweilig sie da umher schwimmen, dachte Georg. Er ging ein wenig durch den Park, bis er sich auf eine freie Bank setzte.

 

Er war ja nicht alleine im Park, andere Besucher gingen an seiner Parkbank vorbei. Da waren verliebte Pärchen, die Hand in Hand gingen, Rentner mit Hunden, Rentner ohne Hund. Eine Familie mit drei Kindern ohne Hund, eine Familie mit zwei Kindern, dafür hatten sie gleich zwei Hunde, einen Dackel und eine mittelgroße Promenadenmischung. Dann kam ein schwules Paar vorbei, das sich heftig unterhielt. Irgendetwas von einer Steffi, die sich auch schon lange ein Kind wünsche, der können doch der größere der beiden, ein gewisser Paul, seinen Samen spenden.

 

Immer die gleichen Gespräche, Georg wurde ganz übel vor Langeweile. Georg stand wieder auf und ging weiter. Ihm war noch immer fad und langweilig, langweilig und fad.

 

Er ging einfach immer weiter durch den Park, bis er zu einem Ausgang gelangte. Er verließ den Park wieder. Einfach mal in die Innenstadt gehen. Der Weg langweilte Georg sehr. Es half aber nichts, er musste sich zerstreuen. Er kam an einem Parkplatz vorbei, wo ein paar Jugendliche Autos zerkratzten. Die langweilen sich wohl auch, dachte er und ging weiter. Die Jugendlichen hatten ihn bemerkt. Sie sahen, dass es ihn ganz offensichtlich nicht interessierte und ließen ihn weiter gehen.

 

In der Innenstadt, wo Georg inzwischen angelangt war, waren nur wenige andere Leute, die Geschäfte hatten, wie an einem Sonntag üblich, geschlossen. Georg ging einfach weiter und weiter.

 

Er erreichte einen Dönerladen und ging hinein. Sein Magen war leer, den könnte er auch mal wieder füllen. Er bestellt der einen Döner, wartete, bis der fertig war, nahm den Döner und setzte sich an einen der Tische. Ach ja, das rote Gewürz, das musste auch auf den Döner, ganz viel davon. Er biss hinein, der Döner schmeckt der fad und langweilig, langweilig und fad. Georg aß den Döner auf, er füllte wenigstens den Magen. Ob es geschmeckt habe, wurde Georg gefragt. Das habe es, war die höfliche Antwort, zu einem Lächeln konnte sich Georg trotzdem nicht bewegen.

 

Er verließ den Laden und machte sich auf den Heimweg. Auch der Heimweg war langweilig.

 

Frau Schneider (kurze Kurzgeschichte)

Frau Schneider stand wie jeden morgen um 6:00 Uhr in der Früh auf. Sie ging in die Küche, nahm die Butter aus dem Kühlschrank und machte Kaffee. Dann ging sie zurück ins Schlafzimmer und zog ihre Kleidung für den Tag an. Anschließend führte sie ihr Weg ins Bad, wo sie ihr Haar bürstete, um es zu einem Dutt hoch zu stecken. Seit nunmehr 15 Jahren trug sie ihr weißes Haar als Dutt. Ihr Ehemann Horst war gar nicht begeistert, als sie mit dem Dutt angefangen hatte.

„Du siehst aus wie eine alte Oma“, hatte er damals gesagt.

Auch später gewöhnte er sich nicht an ihre Frisur, immer wieder machte er abfällige Bemerkungen. Aber das gehörte der Vergangenheit an. Horst, nunja, lebte seit bald zehn Jahren nicht mehr. Eines Morgens wachte Frau Schneider auf, es war ein Donnerstag im November, und ihr Mann lag tot neben ihr im Bett. Der herbeigerufene Hausarzt machte sich keine große Mühe bei der Leichenbeschau und trug einen Herzinfarkt als Todesursache in den Totenschein ein und leitete die nötigen nächsten Schritte ein. Herr Schneider war schon seit Jahren wegen einer Herzerkrankung in Behandlung.

„Ach Horst,“ sagte Frau Schneider leise zu sich selbst, „deine Isolde meistert ihr Leben auch ohne dich.“

Fertig mit den Haaren ging Isolde Schneider wieder in die Küche und frühstückte. Es war ein Dienstag, dienstags gab es zum Frühstück zwei Käsebrote und dazu Kaffee, schwarz. Schwarzen Filterkaffee gab es zu jedem Frühstück, der Belag der zwei Butterbrote variierte vom Wochentag zu Wochentag. Nach dem Frühstück ging Frau Schneider vor die Haustüre. Ebenso verlässlich wie Isolde Schneider kam dort auch schon Herr Vollreit auf dem Weg ins Büro vorbei.

„Guten Morgen, Herr Vollreit.“

„Guten Morgen, Frau Schneider.“

„Haben Sie es schon gehört? In der Goethestraße ist doch ein Rentner gestorben.“

„Ja, ich glaube, ich kannte ihn und seine Frau vom Sehen, aus der Kirche.“

„Halten Sie sich fest! Der Doktor hat in den Totenschein eine natürliche Todesursache eingetragen, aber dem Bestatter ist bei der Leichenwäsche wohl etwas aufgefallen, sie haben dann wohl die Leiche in der Gerichtsmedizin untersucht, jetzt hat die Polizei die Frau verhaftet, wegen Mordes!“

„Nein, so was, Sachen gibts!“

„Ja, wirklich! Ich muss dann jetzt aber auch weiter, sonst komme ich zu spät ins Büro. Aber das wollte ich Ihnen noch erzählen.“ Sagte es und ging weiter.

Isolde Schneider grinste innerlich, ihr konnte nichts mehr passieren, Horsts Leiche war schon lange eingeäschert. Wenn man herzkrank ist, sollte man darauf achten, die richtigen Tabletten zu nehmen.